Crysis – Kein Verriss, aber erst wo die Grafik aufhörte, wurde es stimmungsvoll
Crysis hat mich nicht vom Hocker gehauen. Und der Spaß am Spiel begann für mich erst dort, wo die fantastische Grafik gar nicht zum Einsatz kann.
Grafik – BWOHO!
Die meiste Zeit sah die Grafik so geil aus, dass ich gerne mehr Zeit zum gemütlichen Herumwandern gehabt hätte. Diese wird einem jedoch kaum gegönnt. Als Supersoldat in einem Nano Suit wird man von Wegpunkt zu Wegpunkt gehetzt, ohne große Verschnaufpausen zu haben.

Dabei ist der Dschungel lebensecht dicht, die Palmen knicken unter Beschuss weg, die Gesichter liegen nach meinem Empfinden auf Halflife 2-Niveau und Hühner stolzieren durchs Unterholz.

Und die Sichtweite ist, verdammt weit. Wer Far Cry gespielt hat, kennt diese fantastische Südseestimmung mit kilometerweiter Sicht. Man will sich einfach am Strand hinlegen und den Krebsen beim Kampf gegen die Hühnern zuschauen (Tatsächlich fehlt dieses natürliche Tierverhalten).

Aber, der Aha-Effekt, wie bei Far Cry, blieb aus. Natürlich ist alles echter, alles physischer und interaktiver als bei Far Cry. Aber es ist nur eine Evolution, keine Revolution mehr. Crysis hätte auch ruhig Far Cry 2 heißen können.

(beachtet auf dem Bild wie jeder Ast einen Schatten wirft)
Das Spiel setzt ebenfalls auf die derzeit modernen (z.B. Call of Juarez) Unschärfeeffekte. Damit wird das Gefühl der Weite recht gut vermittelt. Ferner müssen die Explosionen erwähnt werden. Was da in Crysis abgefeuert ist sucht seinesgleichen. Oft habe ich neu geladen, um wieder eine schöne Sprengung zu sehen

Übrigens lief das Spiel auf meinem AMD X2 4200+ mit 2GB RAM und ATI 1900XTX mit 30 Frames/sec auf 1280×1024 Bildpunkten und mit mittleren Einstellungen noch ausreichend schnell.
Physik – zu echt für die künstliche Welt?

Das Zerschießen von Palmen macht am Anfang riesigen Spaß. Es ist auch was neues Palmen nicht nur zu fällen, sondern gleich in mehrere Teile zerlegen zu können. Auch im Unterholz zu hocken, während um einen herum die MG-Salven Bäume zum Umstürzen bringen, steigert das Gefühl mitten drin zu stecken. Nachdem die Probierfreude weg war, achtete ich jedoch kaum noch auf die Palmen. Eigentlich hätten die auch statisch sein können.
Dann wären da noch überall Blechhütten oder Wachtürme, die man – zumindest am Anfang- liebend gerne mit Granaten in Einzelteile zerlegt. Das alles wirkt so echt, dass man richtig enttäuscht ist, keine einzelnen Blätter von den Baumkronen abschießen zu können.
D.h. das Spiel fühlt sich teilweise so echt an, dass es umso mehr auffällt, wenn es an anderen Stellen nicht der wirklichen Welt entspricht.
Die Außerirdischen – es leuchtet blau
Die Außerirdischen sind zumindest keine 100ste Alienkopie. Wohl eher bediente man sich hinsichtlich der langgliedrigen “Strider” bei “Krieg der Welten” von Steven Spielberg. Die kalmarartigen fliegenden Gegner sehen wie blau leuchtende “Inspirationen” der Tentakel-Roboter aus Matrix aus. Und der Oberboss wurde wohl nach dem Zufallsprinzip aus Polygonen zusammengewürfelt. Was der steinartige Haufen nun sein sollte, weiß ich immer noch nicht.

Alles in einem nicht grade kreative und mangels Storyhintergrund sehr blasse, gesichtslose Gegner. Man könnte genausogut gegen eine Hühnerarmee oder sonstwas kämpfen können.

In einem Level schwebt man quasi schwerelos durch das Innere des Komplexes der Außerirdischen. Langweilig. Sieht zwar teilweise wie gemalt aus, aber das ist der einzige Lichtblick. Bis ich las, dass das Schwerelosigkeit sein soll, dachte ich eher unter Wasser zu sein.

Gewalt & KI – echte Koreaner bluten nicht
Die Gewalt im Spiel beschränkt sich – zumindest in der deutschen Version – auf das abschießen von Menschen. Weder wird Blut verspritzt, noch werden die Körper durch Granaten-/ Panzerfäuste in ihrer Integrität beeinträchtigt.

(Man kann auch mit Bloodpatches nachhelfen. Das hier sieht böse aus, aber der Kopf dieses Gegners hält Kilos an Munition ohne einen Kratzer aus. Also keine Sorge
)

(Soviel Gore gibt es nur in Cutscenes – in Spielgrafik!)
Dazu kann man alle Gegner am Hals packen und weg-, in die Luft, gegen Sachen oder andere Gegner schleudern. Oder als Schutzschild nutzen. Da nimmt kein Gegner Rücksicht auf Kameraden.

Im Übrigen war es teilweise leichter die Außerirdischen zu packen, als sie mit Munition voll zu pumpen. Das nenn ich festen Händedruck.
Was die KI angeht, so hatte ich bei den Menschlichen Gegnern gute “geistige Leistungen” bemerkt, wurde aber auch nicht von einem besonders klugen Verhalten überrascht. Deckung suchen, vor Granaten weglaufen und Umzingeln sind heutzutage auch Standard.

(Dieser Gesichtsausdruck muss nicht unbedingt der KI entsprechen…)
Die Story – Noch ganz C64, nur mit weniger Raum für Fantasie
Supersoldat kämpft gegen Nordkoreaner auf einer Insel, die sich als Lagerstätte einer Alienrasse herausstellt. Ja, das war’s. Mehr ist nicht drin.

Feiner Räume für die Eigene Fantasie oder undurchschaubare Charaktere wie z.B. bei S.T.A.L.K.E.R. fehlen gänzlich. Vielmehr werden einfach ganze Hintergründe der Handlung weggelassen. Was machen die Außerirdischen dort? Wieso Nordkoreaner? Was sagt die Welt dazu? Und wer bin ich überhaupt? – Alles unwichtige Fragen. Würde ehr nur das Hirn belasten …

Insgesamt also 08/15 Shooterstory. Hat mich sehr enttäuscht. Denn wenn die Kinnlade nach der ersten Grafikorgie wieder oben ist, schafft die Story es nicht die Atmosphäre weiter zu tragen. Schade.
Dagegen sind die Aufgaben in den einzelnen Leveln für sich genommen abwechslungsreich und beinhalten Einer gegen Alle, Panzer-, Senkrechtstarter- und auch Eskortmissionen. Schön ist der Effekt, wenn sich mitten im Spiel die Insel in einer Eishölle verwandelt.




Aber das Ende nach einem arkadewürdigen Bosskampf ist schmucklos, witzlos und hinterlässt weder ein Aha, noch ein Hurra. Passt also zu dem Rest.
Eine Geschichte fällt und steht mit ihren Charakteren. Und die Charaktere sind hier nur Nebensache. Wer ich bin, wusste ich nicht. Ich wusste nur, dass ich einen Superanzug habe. Den konnte ich auf Kraft (z.B.höher Springen), Schutzschild, schneller Rennen oder auch Tarnfeld stellen. Das Tarnfeld ist ansich eine guteIdee. Weil aber der Anzug getarnt einfach zuviel Energie verbrauchte, verzichtete ich weitestgehend darauf. Das Pausieren beim Anschleichen war einfach zu lang.

Nach meinem Empfinden wurde die Story von der Grafik erdrückt. Erst gegen Ende, wo ich auf einem -vergleichsweise schmucklosen – Flugzeugträger war, entstand zum ersten Mal eine packende Stimmung. Flugzeuge starteten, viele Crewmitglieder gingen ihren Tätigkeiten nach (Hauptsächlich herumstehen
).
Das zeigte mir wieder mal, dass die beste Grafik alleine keine lebendige Welt zaubern kann. Dagegen eine lebendige Welt mit toller Atmosphäre auch ohne bombastische Grafik funktioniert und vor allem zeitlos bleibt (s. z.B. Gothic I und II).






Fazit – Kaufe, wer Popcorn mag
Crysis ist ein Erlebnis. Ich würde es mit einem inhaltsleeren Popcornfilm vergleichen, den man hauptsächlich der Action wegen guckt. Und insoweit ist es sein Geld wert.
Auf der anderen Seite bleibt nach dem Ende kein Gefühl im Bauch, kein bleibender Eindruck übrig. Nur unterhaltsam verbrachte Zeit.
Dann bin ich gespannt, ob ich in Far Cry 3 endlich einzelne Blätter vom Baum schießen kann und was die darauf lebenden virtuellen Blattläuse (mit eigener KI) dazu sagen.
Popularity: 70% [?]
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Tags: Crysis, Crytek, Far Cry, Kritik, Nano Suit, Panzer, review, Senkrechtstarter
Posted in Spielegros | 1 Kommentar? Auf zwei Beinen steht ein Bein! »


Mai 20th, 2008 at 12:14
in dem punkt mit dem realismuss stimme ich dir vollkommen zu als ich gesehen hab das ich wellblechhütten mit max power mit ner herdplatte in alle einzelteile zerlegen kann wahr ich echt entäuscht als ich mitm raketenwerfer keine löcher in gestein hauhen kann aber was grafik und aktion angeht finde ichd as es bis jetzt kein spiel das das so krass rüberbringt und diese alien höhle fand ich persöhnlich wirklich richtig abgefahren naja die aliens sind echt naja scheisse hätte mana uf jedenfall besser machen können und story is eigentlich auch nich vorhanden is halt ein aktion game